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The Wild Atlantic Way: Heimat der legendären Piratenkönigin…

Der Weg entlang der wilden Atlantikküste in Irlands Westen führt über die wuchtigste Klippenlandschaft der grünen Insel. Aber auch in die Fahrwasser der verehrten Piratenkönigin Grace O‘Malley. Und schon ist von der Wild Atlantic Woman die Rede…

Dutzende kleiner und kleinster Inseln sprenkeln die Atlantiksäume auf dem Wild Atlantic Way. Eine der bewohnten Inseln, wenn auch nur mit etwa160 Menschen, dafür aber mit 3000 Schafen, ist Clare Island im County Mayo. Herrlich gelegen, dicht vor der tief ins Land geschnittenen Clew Bay. Sie war das Inselreich der Piratin mit dem irischem Namen Gráinne Ní Mháille. Im Englischen wurde sie zu Grace O‘Malley. Vom Volk und in irischen Liedern wird sie Granuaile oder Gráinne gennant. Vom Festland aus setzt man mit der Fähre Pirate Queen nach Clare Island über und ist in zwanzig Minuten im Inselhafen, wo noch das angegraute trutzige Castle liegt, das die Piratenkönigin im 16. Jahrhundert bewohnte.

Etwas Verwunschenes liegt um diese Trutzburg, aber auch die Kraft des Atlantiks, den Granuaile über lange Zeit beherrschte. Und nicht nur das. Sie nahm auch starken Einfluss auf die politischen Verhältnisse in der frühen Neuzeit Irlands entsprechend dem Wappenspruch ihrer Familie: Terra marique potens, „mächtig zu Lande und zur See“. Diese ungewöhnliche Frauenpower hatte sie mit einer Zeitgenossin gemeinsam, die einflussreicher nicht sein konnte: mit der britischen Königin Elisabeth I.

Fast zeitgleich wurden beide geboren. Granuaile 1530 auf Clare Island als Tochter eines Clanchefs. Die britische Königin kam drei Jahre später zur Welt. Da die Söhne des Clanchefs und Seefahrers Owen Dubhdara (“Schwarzeiche”) O’Malley nicht seetauglich waren, übernahm die selbstbewusste Gráinne die Rolle, schnitt sich die langen Haare ab, steckte sich in Männerkleidung und folgte dem Vater auf den Atlantik. Viele Legenden bildeten sich ab dieser Zeit um sie. Piraterie war zwar ein übliches Geschäft, aber kein Seeräuber war so erfolgreich wie diese Frau, die die spanische Armada plünderte, zahlreiche Wehrburgen entlang der Westküste errichtete und es sich zum Sport machte, die Schiffe der in Irland einbrechenden britischen Kolonialmacht zu versenken.

Das brachte Elisabeth I. auf den Plan der Geschichte. Sie setzte ein Lösegeld auf ihre Widersacherin aus, ließ sie jagen und gefangen setzen. Doch Granuaile konnte auf geheimnisvolle Weise fliehen und segelte stolz die Themse hinauf, um mit der Königin einen Unterhandel zu besiegeln. So begegneten sich also die beiden weiblichen Oberhäupter. Die eine im Ornat, die andere in wollenem Überwurf und barfuß, aber nicht minder stolz. Und beide waren mächtig in ihren Belangen und fanden sogar Gefallen aneinander. Die Königin gab Gráinnes ebenfalls inhaftierten Sohn frei, sie bekam freies Geleit nach Hause und kaperte künftig keine englischen Schiffe mehr. In ihrer Heimat wurde sie verehrt und vielfach findet sich auf Clare Island heute noch der Name O‘Malley.

Es gibt ein Hotel und zwei Pubs auf der Insel, in denen manches Lied über die bildschöne Gráinne gesungen wird, und der imposanten Ruine der Zisterzienserabtei aus dem 14. Jahrhundert sind Gebeine der Wild Atlantic Woman aufbewahrt. Wer den Luxus der Langsamkeit genießen und auf der Insel ausspannen will, findet in diese Welt des sehr alten Irland zurück, in der zwei große Frauen das Sagen hatten. Beide starben im selben Jahr: 1603.

Quelle media.ireland

Ein Kommentar

  1. Gameland




    Irland ist ein Reise werde, und Guinness ist good for you.

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